Der britische Solarmarkt im Jahr 2026: Rekordwachstum trifft auf Netzbeschränkungen

10 Februar 2026
Hollie Carek, General Manager, UK & Global Head of Partner Marketing Strategy
Aerial view of solar farm in sunny English countryside

Der britische Solarmarkt befindet sich in einer ungewöhnlichen Lage. Das Wachstum ist unbestreitbar, aber da die Solarenergie zu einem sichtbaren und bedeutenden Teil des Elektrizitätssystems geworden ist, zwingt das Tempo des Wandels Teile des Systems dazu, sich schneller anzupassen, als sie dafür vorgesehen waren.

Um zu verstehen, wohin sich der Markt als Nächstes entwickelt, müssen Sie über die Schlagzeilen zu Installationen hinausschauen und sich darauf konzentrieren, was das jüngste Wachstum über die Grenzen der heutigen Infrastruktur und Prozesse offenbart hat.


Was sich im Jahr 2025 geändert hat

Das Ausmaß des Wachstums der Solarenergie wurde 2025 deutlich. Eine Analyse der BBC der Daten des National Energy System Operator (NESO) zeigt, dass die Solarstromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 % gestiegen ist. Damit wurden in Großbritannien mehr als 18 Terawattstunden Strom produziert und im vergangenen Sommer kurzzeitig über 40 % des nationalen Strombedarfs gedeckt.

Dies war sowohl auf die Bedingungen als auch auf die Entwicklung zurückzuführen. 2025 war das sonnigste Jahr in Großbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen, und es war auch ein Rekordjahr für Neuinstallationen, mit rund 250.000 neuen Aufdachanlagen und großen Solarparks.

Angesichts der Netto-Null-Ziele, die den weiteren Ausbau vorantreiben, und von Maßnahmen wie dem Future Homes Standard, der die Nutzung von Solarenergie in neuen Häusern zum Standard macht, ist es unwahrscheinlich, dass diese Dynamik nachlassen wird.


Wie das Wachstum die Grenzen des Systems aufzeigte

Eine der unmittelbarsten Beschränkungen, die sich aus diesem Wachstum ergeben, ist die Netzkapazität. Große Teile des britischen Verteilernetzes wurden nicht für große Mengen an Strom gebaut, die in das Netz zurückfließen, und in einigen Regionen, insbesondere in ländlichen Gebieten oder an Orten mit hohem Solaranteil, gibt es einfach nicht genug freie Kapazitäten, um neue Systeme ohne Aufrüstung anzuschließen.

Selbst dort, wo Anschlüsse technisch möglich sind, können die Kosten für die Verstärkung des Netzes erheblich und schwer vorhersehbar sein, was die Beurteilung der Rentabilität von Projekten erschwert, insbesondere bei größeren Projekten oder solchen mit mehreren Standorten. Mit zunehmender Verbreitung werden diese regionalen und kostenbezogenen Einschränkungen immer sichtbarer und einflussreicher.

Ein Raster, viele Regelbücher

Eine weitere Ebene der Komplexität ergibt sich aus der Art und Weise, wie das Netz verwaltet wird. Verschiedene Verteilernetzbetreiber haben unterschiedliche Schwellenwerte, Prozesse und technische Anforderungen. Für Projekte mit mehreren Standorten und Solarspezialisten, die in verschiedenen Regionen tätig sind, bedeuten diese Unterschiede zusätzlichen Zeitaufwand und Komplexität und erschweren die Standardisierung.

Da die Einführung immer schneller voranschreitet, wird es immer schwieriger, diese Abweichungen zu umgehen und immer kostspieliger, sie zu ignorieren.


Warteschlangen und Verzögerungen bei Verbindungen sind systemisch geworden

Neben den Kapazitätsbeschränkungen gibt es auch ein wachsendes Problem mit Verzögerungen beim Netzanschluss. In den letzten fünf Jahren hat sich die Warteschlange für Netzanschlüsse dramatisch verlängert, und zwar weit über den Bedarf hinaus, der in Großbritannien bis 2030 erwartet wird. Projekte können Monate oder länger auf Anschlussangebote warten, und selbst wenn die Genehmigung erteilt wird, können die physischen Arbeiten den Zeitplan weiter hinausschieben, was zu Unsicherheiten bei Planung, Finanzierung und Lieferung führt.

Bis Ende 2025 zwang das Ausmaß des Problems zum Handeln. Der Nationale Energiesystem-Betreiber (NESO) eine Generalüberholung bestätigt des Netzanschlussverfahrens, weg vom Windhundverfahren und hin zur Priorisierung von Projekten, die wirklich baureif sind. Die Absicht ist, festgefahrene Projekte aus der Warteschlange zu entfernen und klarere Zeitpläne zu erstellen, wobei die ersten Angebote unter dem neuen Rahmenwerk bis 2026 und 2027 erwartet werden.


Steigende Systemkomplexität

Auch das System selbst wird immer komplexer. Solaranlagen werden zunehmend mit Batterien gekoppelt, Exportlimits werden häufiger eingesetzt und intelligente Steuerungen spielen eine größere Rolle bei der Erfüllung der Netzanforderungen. Jeder dieser Faktoren führt zu weiteren Entscheidungen, die mit den lokalen Netzregeln und Anschlussbedingungen in Einklang gebracht werden müssen.

Dies erhöht das Risiko späterer Änderungen, wenn die Systeme die Anforderungen nicht wie erwartet erfüllen. Komplexität ist nicht länger ein Einzelfall. Sie wird zur Norm.


Wie geht es weiter?

Zusammengenommen deuten diese Herausforderungen nicht auf einen Markt hin, der sich verlangsamt. Sie deuten auf einen Markt hin, der schnell genug gewachsen ist, um an die Grenzen der bestehenden Infrastruktur und Prozesse zu stoßen.

Die Netzreform und die erneute Konzentration auf den Netzausbau zeigen, dass ein Wandel im Gange ist. Auf dem Weg ins Jahr 2026 ist die entscheidende Frage nicht mehr, ob die Solarenergie skalieren kann. Das wurde bereits bewiesen.

Die Frage ist nun, ob das System um ihn herum sich schnell genug anpassen kann, um Schritt zu halten.